Für Glücksspiel in Europa gab es bis jetzt von Land zu Land unterschiedliche Auffassungen und Regelungen und immer lauter wurden die Stimmen nach einem einheitlichen und transparenten Grundsatz für Glücksspiel. Inzwischen hat auch die EU erkannt, dass es zwingend nötig ist endlich einen einheitlichen Weg für neue Glücksspiel-Regelungen zu finden.
Im nächsten Schritt möchten sich die jeweiligen Vertreter der EU Länder darüber einigen wie eine solche Umsetzung aussehen könnte und welche Punkte bzw. Regelungen die neuen Gesetzte beinhalten sollten. Fakt ist es momentan, dass alle 27 EU-Mitgliedstaaten mehr oder weniger unterschiedliche Gesetze ausüben und es keine wirkliche Einigung gab. Dies soll sich alles mit einer neuen Sitzung ändern, bei der sich die Minister für freien Wettbewerb aus allen EU Ländern versammeln und darüber beraten wie aus den vielen unterschiedlichen Glücksspiel-Regelungen ein gemeinsamer Weg gefunden werden kann.
Wichtige Punkte wie Schutz der Spieler, Maßnahmen gegen Spielsucht oder die Eindämmung von Kriminalität und Geldwäsche sollen als gemeinsames Problem bekämpft werden. Wie genau dies in der Praxis aussehen könnte, werden wir wohl erst in einigen Monaten erfahren, jedoch wird die Umsetzung der Ziele in jedem EU Mitgliedsland nicht einfach werden.
In einigen Staaten wird eine eventuelle Umsetzung sicher einfacher werden. Länder bei denen der Glücksspielmarkt durch ein staatliches Monopol kontrolliert wird, haben es leichter neue Reglungen durch zusetzten. Auf der anderen Seite gibt es Länder wie Gibraltar (Großbritannien) oder Malta die durch ihre freien Glücksspielgesetze Milliarden an Euro. verdienen. Es herrscht also noch jede Menge Klärungsbedarf.
In einigen Ländern haben die Behörden im Kampf gegen Online Glücksspiel zu drastischen Mitteln zurückgegriffen und über die jeweiligen Internetprovider Online-Glücksspiel-Domain im Internet sperren lassen. Von diesen Maßnahmen möchte sich das Bundesland Hessen in Deutschland eine Scheibe abschneiden und ebenfalls einen Riegel vor Glücksspiel Domains schieben.
Vorerst soll eine freiwillige Kooperation zwischen den Bundesländern Hessen und Bayern in Verbindung mit der staatlichen Lotterieverwaltung und den jeweiligen Internet Providern in die Wege geleitet werden. Es soll jedem Internet Provider überlassen werden, ob er Glücksspiel Domains für seine Kunden sperren will oder nicht. Das Pilot Projekt befindet sich noch in der Planungsphase, jedoch werden voraussichtlich 25 bis 30 Domains gesperrt werden und noch ist unklar welche Internet Provider die Aktion unterstützen werden. Fraglich ist wohl auch, ob der eingeschlagene Weg richtig ist und die Verantwortung auf den Schultern der Provider liegen soll. Größere Provider wie die Deutsche Telekom oder 1&1 äußerten sich bereits im Vorfeld sehr kritisch:
„Wir halten ein solches Vorgehen für rechtlich fragwürdig und technisch nicht wirksam. “… Wir müssen auf eine richterliche oder eine behördliche Anordnung bestehen. Zudem möchten wir nicht in die Rolle eines Zensors geraten“
Die Aktion soll die Gesetzt im Bezug auf den Glücksspiel-Staatsvertrags unterstützen und an das öffentliche Verbot von Glücksspiel in der Gesellschaft appellieren. Viele vergessen gerne den sozialen Aspekt des Glücksspiel-Staatsvertrages. Spieler sollen vor einer eventuellen Sucht und sozialem Abstieg durch Glücksspiel geschützt werden. Auf der anderen Seite behaupte Kritiker mit Vorliebe, dass es dem Staat nur zur Sicherung seiner Monopolstellung ginge.
Es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis die erste Reform zum Glücksspiel Vertrag durch die EU in die Wege geleitet wird. Noch gibt es zu viele Unstimmigkeiten und einige Punkte sind nicht mit EU Recht konform. Ebenfalls melden sich jetzt schon die größeren Internet Provider mit lauter Stimme gegen eine Sperrung von Domains.
Casinos in Deutschland haben es momentan alles andere als einfach. Immer wieder müssen sie Umsatzeinbußen hinnehmen und mit mangelnden Besucherzahlen ihren Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten. Jedoch liegt es in vielen Fällen an den Betreibergesellschaften und dessen schlechter Vermarktung in der Öffentlichkeit. Laut einem Zeitungsartikel der österreichischen Zeitung „Die Presse” soll es in deutschen Casinos in nächster Zeit zu einer Entlassungswelle kommen. Die „Casinos Austria International” Gruppe übernahm vor vier Jahren im Bundesland Niedersachsen zehn Spielcasinos und versuchte diese bis jetzt ohne größeren Erfolg aus einer wirtschaftlichen Krise zu führen. Inzwischen soll ein neuer Tiefpunkt erreicht worden sein und es wird noch einer neuen Lösung gesucht.
Unüberlegtes Handeln und mangelnde Kompetenzen in der Managementebene haben in den letzten Jahren zu Entlassungen von beinahe einem Viertel der Belegschaft geführt. Im Jahr 2004 versucht die CAI sich aktiv in das Casinogewerbe in Niedersachen einzumischen und mitzuwirken, jedoch gingen Pläne und Konzepte bis heute nicht auf. Im Interview gab Karen Krüger, von der CAI bekannt: „Wir haben 120 der insgesamt 460 Beschäftigten beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet.” Knapp 30% weniger Bruttoeinnahmen seien der Grund für die Kündigungswelle.“
In der Krisenstimmung befinden sich nicht nur Casinos aus Niedersachen, sondern Casinos aus ganz Deutschland klagen über Umsatzeinbußen und Besucherrückgänge. Durch den Glücksspielvertrag in Deutschland erhofften viele Betreiber wieder bessere Zahlen schreiben zu können und ihren Umsatz deutlich stabilisieren zu können. Jetzt heißt es agieren und viele Betreiber arbeiten an Sozialpläne um nicht noch weitere Stellen kündigen zu müssen. Wie sich die Lage in den nächsten Monaten verändern wird, ist momentan reine spekulation. Es wäre jedoch sehr schade, wenn Casinos ihren Betrieb vollkommen still legen müssten.
Auf der kleinen Insel Neuseeland ticken die Uhren schon immer anders. Aktuell verbietet der Staat von Neuseeland noch Online Poker Anbieter. Dies soll sich jetzt eventuell ändern. Online Lotto soll legalisiert werden. Der Innenminister Rick Barker möchte die Gesetzesänderungen so schnell wie möglich in Kraft treten lassen. Laut seiner Aussage ist die Abstimmung im Parlament nur noch reine Formsache.
Seit dem Jahr 2003 ist der Markt es Online Glückspiels in Neuseeland strickt vom Staat kontrolliert worden und Anbieter aus dem Ausland sind im Land verboten worden. Das Parlament hat jegliche Form des Online Glückspiels verboten, bis auf die staatliche Lottieren.
Grund war wie immer das liebe Geld. Die Glückspieleinahmen sollte im eigenen Land bleiben und nicht ins Ausland fließen. Natürlich hat der Staat hier den längeren Arm und die Einnahmen aus der Glückspielbranche sind nicht unerheblich für das Land. Trotzdem steckt Neuseeland jetzt in einer Zwickmühle.
Momentan könnte es für Neuseeland teuer werden, denn auch Neuseeland ist Mitglied der „World Trade Organisation” (WTO). Ähnlich wie den USA könnten auf Neuseeland größere Zahlungen zukommen. Durch „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act” (UIGEA) bezahlt die USA mehrere Millionen an andere WTO Mitglieder. Diese Zahlungen könnte ebenfalls Neuseeland treffen. Sollte Neuseeland seine Politik nicht überdenken, so drohen dem Land mit seinem aktuell geltenden Verbot von Online-Glücksspiel, aber der Erlaubnis von staatlichen Online-Lotteriespielen, ähnliche Konsequenzen wie den USA.
Nachdem Schleswig-Holstein nachgegeben hat und den Glücksspiel-Staatsvertrag unterzeichnete, tritt der Staatsvertrag nun ab nächstem Jahr für 4 Jahre in Kraft. Mit diesem Beschluss sichert sich die deutsche Bundesregierung das Monopol für Glücksspiele in Deutschland um die Spielsucht der Bürger zu bekämpfen.
Doch der Weg zum Vertrag war sicherlich nicht leicht. Alles fing im Oktober 2006 in Bad Pyrmont an, wo sich die Bundesministerpräsidenten getroffen haben um über den Staatsvertrag zu diskutieren (Weitere Infos: Länderchefs sichern sich ihr Millionen-Monopol). Beim Vertrag gab es allerdings ein Problem: Er verstieß gegen die Dienstleistungsfreiheit des EU-Binnenmarktes, weswegen Charlie McCreevy, EU-Binnenmarkt-Komissar, mit einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland drohte.
Als die Länderchefs am 13. Dezember den Vertrag ursprünglich unterzeichnen wollten, einigten sie sich, erst auf die EU zu warten und 2007 dann ihre Unterschrift unter den Vertrag zu setzen. Mitte März 2007 teilte die EU mit, der Staatsvertrag verstoße gegen geltendes EU-Recht. Günter Verheugen, EU-Komissar, stellte den Bundesministerpräsidenten ein Ultimatum. Neben der starken Kritisierung des „Internetverbotes“ wollte die EU das inzwischen eingeleitete Vertragsverfahren gegen Deutschland nicht weiter ausweiten, wenn die Länderchefs den Vertrag EU-konform abändern.
Die meisten Länder schienen die Drohungen jedoch kalt zu lassen und akzeptierten den ungeänderten Vertrag. In einer zweiten Stellungnahme kritisierte die EU den Staatsvertrag noch deutlicher als zuvor und gab Deutschland eine Frist von 2 Monaten um zu antworten. Inzwischen hat sich auch das Bunderverfassungsgericht eingeschaltet und gab den Ländern Zeit bis Ende 2007, den Vertrag nochmal zu überarbeiten und rechtlich anzupassen.

Der ratifizierte Staatsvertrag gilt trotz Drohungen der EU ab 2008 bis 2012. Die EU-Komission kann allerdings erst nächstes Jahr mit einem weiteren Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland vorgehen. Es bleibt also dennoch weiterhin spannend, wer sich letzendlich wirklich durchsetzen wird!
In der virtuellen Realität von Second Life erleben mehr als drei Millionen angemeldete Spieler aus der ganzen Welt das ganz normale Leben – und unternehmen Dinge, die im wirklichen Leben niemals möglich wären.
Im Unterschied zu klassischen Videospielen gibt es bei "Second Life" jedoch keine Level, keine Punkte, keine Monster, keine großen Rätsel und keine Gewinner. Second Life ist eher ein virtueller Treffpunkt für die Freizeitgestaltung, ein Labor für die Entwicklung neuer 3D-Objekte, ein dreidimensionaler Chatroom und eine neue Möglichkeit, im virtuellen Leben reales Geld zu verdienen. In Zukunft soll es aber auch din Second Life kein Glücksspiel mehr erlaubt sein.
Jetzt reagieren aber auch die Betreiber gegen Glückspiel Affairen in Second Life. Alles, was mit Gaming zu tun hat, ist entweder komplett aus dem Programm verbannt oder zumindest gut versteckt. Auch nach dieser Ankündigung findet man Wege und Eingänge zu Casinos und Spielhallen, aber es gibt keine Werbung mehr und auch keine Wegweiser.
Wirklich erstaunlich wie die Amis gegen Glückspiel angehen. In Second Life gibt es im Grunde nichts zu gewinnen, außer virtuelle Linden-Dollars. Es gibt kein Bargeld oder reelle Preise, doch es reicht, dass die Server von Linden Labs, der Betreiber von Second Life, auf US-amerikanischen Boden stehen. Schließlich stehen die SL Server in Amerika und damit fällt Second Life ins amerikanische Recht. Doch verstehen muss man das nicht. Denn “Second Life” bleibt was es ist – ein zweites Leben in der virtuellen Welt.
Wieder schließt sich der Kreis. Nach Amerika, Frankreich und Deutschland, verbietet jetzt die Türkei als nächstes Land Online-Poker und Online-Gaming.
Das Gesetzt wurde verabschiedet und wird auch mit hart durchgegriffen. Die Türkei droht mit rigorosen Strafen für jene, die sich nicht an das Gesetz halten, sowohl Anbieter als auch Spieler. Manche sind der Meinung, dass die Gesetzesänderung im Zusammenhang mit den türkischen Bemühungen, in die Europäische Union aufgenommen zu werden, steht. Denn auch die Türkei hat eine staatliche Glückspielbehörde mit dem entsprechenden Monopol. Das Gesetz gegen Online-Gaming ist auf jeden Fall beschlossen.
Welche genaue Richtung die Türkei einschlagen wird, bleibt abzuwarten. Eine wirklich konsequente Linie fährt immer noch Frankreich und Deutschland. Eventuell geht die Türkei in eine etwas lockere Richtung und vergibt eine Lizenz.
Demnächst wird ein Gericht in England eine Grundsatzenscheidung bezüglich Poker treffen: Ist Poker ein Glückspiel ? Oder ist Poker ein Spiel, bei dem das Können des Spielers von Entscheidung ist ? Die Gesetzgebung in Großbritanien wurde letztens durch ein Fall in einem Casino auf die diese Frage aufmerksam, wo sich genau dieselbe Frage stellte.
Für Pokerfreunde ist der Fall klar, Poker ist KEIN Glückspiel. Das Können der Spieler ist ausschlagegebend. Der Gesetzgeber ist sich da noch nicht so sicher, doch dessen Entscheidung könnte vielerlei Auswirkungen auf die Gambling Industrie weltweit haben, falls er zu dem Schluss kommen wird das Poker, nicht zu den Glücksspielen zu zählen ist.
Es bleibt also zu hoffen das die richtige Entscheidung getroffen wird. Poker kann beim besten Willen nicht auf ein reines Glückspiel
reduziert werden, wenn dies der Fall währe würde es bestimmt nicht diesen besonderen Reiz haben den Pokerfreunde so sehr an Poker zu schätzen wissen.
Hoffentlich nimmt sich England also ein Beispiel an der Entscheidung Italiens, welches gezeigt hat das eine Liberalisierung in dieser Hinsicht durchaus durchführbar ist.

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