European Poker Tour ohne Russland?!
21. Juli 2009Die Planung für die sechste European Poker Tour steht. Als ersten Austragungsort für die Veranstaltung der EPT vom 18. bis zum 23. August wählte man zum ersten Mal Moskau. Doch ob Moskau tatsächlich noch als Austragungsort in Frage kommt, steht derzeit noch nicht fest. Grund für dieses Ungewissheit ist ein neues Gesetz, welches zum 1. Juli 2009 in Russland in Kraft trat.
Dieses Gesetz besagt, dass sämtliche Glücksspielaktivitäten nur noch in vier bestimmten Zonen Russlands stattfinden dürfen. Bei diesen Zonen handelt es sich um Primorye, die Region um Altay, die Region um Kaliningrad und die Grenzregion zwischen Krasnodar und Rostov, allesamt sehr abgelegen und wirtschaftlich schlecht gelegen, dass kaum jemand Etablissements dort eröffnen wird.
Bisher wurde Poker immer als Sport angesehen und zählte nicht zu den Glücksspielaktivitäten. Doch der russische Generalstaatsanwalt Yuri Chaika und der Leiter des Ministeriums für innere Sicherheit Rashid Nurgaliev möchten nun auch das Pokern verbieten. Unzählige Pokerclubs wurden bereits geschlossen, mit dem Verwurf, dass dort illegal Glücksspiele durchgeführt wurden. Glaubt man Forenbeiträgen, so wird berichtet, dass die EPT mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Moskau stattfinden wird. Regimekritiker gehen sogar soweit, dass sie behaupten, dass man durch das Verbot des Pokerspiels nur den Georgiern schaden möchte, die meist die Casinos in Russland betreiben. Das Verbot sei der Rückschlag der Russen, da bei einer Spionageaffäre in Georgien vier russische Spione verhaftet wurden.
Ob die European Poker Tour stattfindet oder nicht, bleibt weiterhin fraglich. Man kann nur hoffen, dass die Russen das Gesetz nicht so ändern, dass das Pokerspiel zu den Glücksspielen gehört. Wird das Pokern weiterhin als Sport angesehen, so muss man nicht befürchten, dass die Tour tatsächlich abgesagt wird.
